10Jun2015

Glück ist… Strongmanrun? Engelberg – 6.6.2015

Glück Nr. 1 war, dass ich überhaupt beim Strongmarun 2015 in Engelberg starten durfte. Und erst noch als „RunHappyTeam“ Member. Besten Dank an Brooks Deutschland für die Einladung. (Und eben heute 10.6. erhalten: die Cascadia, das Hoodie, das hochoffizielle „RunHappyTeam“ Shirt – ach, ich liebe das Teil). Auch wenn ich am Freitagmorgen den Christian in seinem Brückentag stören musste um an die nötigen Infos zu Ankunft, Hotel etc. zu erhalten. Schlussendlich hat alles geklappt.

Glück Nr. 2 waren die neuen Lauffreunde (Anja, Sarah, Patrick und…ich und Namen. Das reinste Grauen) die ich kennen lernen durfte und die super Betreuung vor Ort, die immer für uns da war. Sei geherzt liebe Nicole und danke für die Fotos – ja die meisten sind von Ihr!

Glück Nr. 3 das schöne Hotel Bellevue Terminus, direkt am Bahnhof und nur 500 Meter von Start/Ziel gelegen. Ein modernes Zimmer in einem Altehrwürdigen Haus, gutes Bett und nur eine durch zuviel Wärme leicht, beeinträchtigte Nachtruhe. Ein ausgiebiges Frühstück um 8, für mich als Frühstücksverweigerer schwierig, aber es war lecker und lecker, ein Kaffee und noch eins und…

Glück Nr. 4 die vielen freakigen Leute die mitliefen, kostümiert wie an einem Maskenball. Die muskelbepackten Grenadiere die über die Hindernisse hüpften und denen ich beim Laufen meinen Rücken präsentierte. Die holde Maid, die ich aus dem Sumpf zog, damit sie mit ihrem Prinzen weiter von dannen laufen konnte. Deren Beispiele wären noch viele.

Glück Nr. 5 und vielleicht das grösste von Allen: Der super-speciel Armbändel „First 50“ der uns einen Reibungslosen Start ganz, ganz vorne ermöglichte. So wie ein VIP (in der Schweiz sagen wir denen übrigens Cervelat-Promi). Ich weiss nicht ob ich weitere 45 Minuten in der Bruthitze und den Ausdünstungen der Mitstreiter überlebt hätte.

Glück Nr. 6 meine Lauferfahrung, die Ausrüstung und meine Konzentrationsfähigkeit. Oder das Rennen an und für sich. Nach 10 Metern schon das erste Hindernis, Klettern wie ein Pirat, durch den Wald, Stroballen runterhüpfen und dann 50 Meter Auroreifengekraxel, alles kein Problem, jetzt einfach locker laufen: Denkste – japs, hechel – völlig ausser Atem. Also, langsamer, Hindernis: im Matsch robben, mag ich gar nicht. Nein ich Hasse es! Und prompt fast das Brooks-Buff verloren. Karma is a… Ich konnte fast nicht mehr laufen, so anstrengend, Puls bei gefühlten 220. Jetzt den Berg hoch am Seil und allen Vieren. Da war ich eigentlich fertig mit Kräften, habe gejapst und nach Luft gerungen. Aufgeben war eine sehr verführerische Option an dem Punkt, aber ich wollte unbedingt das Finisher-Shirt!

Ich lief also locker, ganz locker weiter, auch bergauf, runter liess ich es krachen und immer wieder viele Läufer hinter mir. Die überholten mich an den Hindernissen welche ich vollkonzentriert, bedächtig aber immer problemlos passierte. Nur nicht auf die Fresse fliegen und die nicht mehr vorhandenen Bandscheiben stressen. Ja eigentlich waren das keine echtem Hindernisse, nichts was mich Mut gekostet hätte. Für mich waren es eher Schikanen, vor allem dieses elenden Fago-Bad: eine Geröll-Kies-Sand-Mischung welche sich tief in die Socken und die Schuhe zwängte und den Rest des Laufes wie Rennen durch eine Kiesgrube anfühlen liess. Dann endlich, nach 5 km ein kurzes eintauchen in den 7grädigen Bach, was für eine Erfrischung, schon fast ein Glück für sich. Wenigstens für mich. Dann eine kurzes zuprosten an einen Zuschauer, dieser „Hop“, ich „… komm wieder“. Ich hatte mich erholt und lief den Rest und die zweite Runde einfach weiter und fing es immer mehr an zu geniessen, lachte, scherzte mit anderen. Das Glück schlich sich wider an.

Glück Nr. 7 waren all die klatschenden, motivierenden Zuschauer, die Kinder die uns freudestrahlend mit dem Wasserschlauch abspritzten und kleine Verpflegungsstände aufgebaut hatten. Und dann eben Chrigel, oben erwähnter Zuschauer. Ein, wie sich bei unserem Gespräch herausstellte, genau dort wohnender Landwirt. Ich hatte in der zweiten Runde kurz angehalten, um einen Schluck Bier gebeten und ein ganzes erhalten mit dem Spruch „Du bisch sevel gsprunge, das masch du guet erlide“. Und es war eines der besten Biere, das ich je getrunken habe. Dazu ein sehr inspirierendes Gespräch über den Anlass, Gott und die Welt. Das war einfach wunderbar, alles stimmte. Alles war eins. Wir verabschiedeten uns, ich rannte die letzen km beschwingter und sogar schneller als alle anderen davor. Das Bild im Ziel spricht ja eigentlich Bände.

Glück Nr. 8 das Gefühl im Ziel. Immer wieder beeindruckend und unbeschreiblich.

Das Ende ist kurz erzählt: auf die restlichen Teammembers warten, Fotos machen, duschen, tschüss sagen und ab nach Hause.

Fazit – Ich weiss es nicht. Trotz all den schönen Erlebnissen weiss ich nicht ob ich mir einen Srongmanrun wieder antun würde – mit First 50 – vielleicht. Ich hatte mir regelrecht den Arsch aufgerissen (Steissbein geprellt und geschürft) nicht gerade angenehm. Die Hindernisse waren mir einfach nur im Weg, ich laufe wohl lieber einfach so durch Wald und Wiese. Und vielleicht bin ich mit bald 45 zu alt, fühlte mich jedenfalls zwei Tage lang so. Am Sonntagabend, wieder zuhause sagte ich mir. Nie, nie, niemals wieder. Und jetzt Mittwochs, schreibe ich hier, sehe die Fotos, erinnere mich und frage mich wieso die Glücksmomente mehr und mehr überhand nehmen.

Strange, isn`t it?

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