24Feb2016

108 Tage bis Biel

In genau 108 Tagen um 22.00 startet mein bisher grösstes Laufabentauer. Die 100 Kilometer an den Bieler Lauftagen. Nach fünf flachen Marathons und zweien am Berg, welche ich in den vergangenen fünf Jahren absolviert hatte ist nun also Zeit für etwas, dass ich mir nie auch nur zu träumen gewagt hätte, mein erster Ultra, aber ich freue mich wie ein kleines Kind darauf.

Nun, das mit dem ersten Ultra stimmt nicht ganz. Im letzten Juni lief ich zum zweiten mal in meinem Leben um den Thunersee – das erste Mal: ganz spontan im ’85 mit 15 Jahren, einfach losgelaufen, etwa 25 Kilometer, den Rest gewandert, tagelang gelitten – Ein Ultra-Trail über 59k und 2298 Höhenmeter. Das war für mich absolut der Hammer. Super Wetter, alles klappte wie am Schnürchen. Wenn ich nicht mehr laufen mochte, ging ich einige Minuten, dann lief es von alleine wieder los. Ich konnte wirklich (fast) jede Minute geniessen, #runhappy in Reinkultur.

#lakethuntrail Thunersee

#lakethuntrail Thunersee


Als ich ein paar Tage später die Karte dieses Laufes anschaute konnte ich es gar nicht glauben, dass ich das geschafft hatte – ihr kennt das auch, oder? – gefolgt von Gedanken an weitere Herausforderungen. Was könnte ich sonst noch machen? Ich dachte an den Eiger Ultra Trail und die 100k von Biel und einige andere Ultra Läufe. Doch im September stand ja noch der Jungfraumarthon auf dem Plan und fünf Wochen später lief ich zum Saisonabschluss den wunderschönen Amsterdam-Marathon.

Was danach folgte war ein tiefes, schwarzes Loch. Ich konnte mich bis ende Jahr kaum mehr zum Laufen motivieren, kam nicht mehr vom Fleck, brach dauernd die Longruns ab, hatte viele Kinkerlitzchen und auch neben dem Laufen lief es bis Ende des Jahre alles ausser gut. Drei Marathons und ein Ultra in einem Jahr waren wohl einfach zuviel für mich.

Im Dezember besuchte ich dann den Brooks Hauptsitz in Bern und sprach lange mit Jaqueline Müller über Laufen, Gott und die Welt. Dabei fragte ich nach von Brooks gesponserten Läufen in der Schweiz. Die Liste war recht kurz und begann mit – ihr erratet es bereits – die 100k in Biel. So meldete ich mich noch an Ort und Stelle für diese unmenschliche Distanz an um einen Tag später die positive Auslosungsmail vom Eiger Ultra Trail im Kasten zu haben wo ich mich um einen Startplatz zum k51 beworben hatte.

Da hatte ich nun meine Ziele für heuer schleunigst definiert und siehe da, die Motivation kam fast sofort wieder zurück und als ich kürzlich einen 35k Longrun mehr mit dem Kopf als mit den Beinen lief, weil letztere ihren Dienst nach 10k verweigerten, glaube ich langsam aber sicher wieder an mich. Sicherlich hat auch der für mich durchaus erfreuliche Strongmanrun im Jäner geholfen mich wieder besser fokussieren zu können. Oder besser gesagt, ich kann wieder mit Freude laufen, lächen und tänzeln, #runhappy again.

Und nun sitz ich hier, schreibe, freue mich auf was kommen mag in diesem noch jungen Jahr, auf die langen Läufe, die harten Intervalle. Informiert über 100k Läufe habe ich mich nicht gross, werde ich wohl auch nicht. Ich möchte mich so frei wie möglich auf diesen, meinen Ultra vorbereiten. Alles bisher gelesene hat mich mehr verunsichert als umgekehrt. Ich werde wohl wie auf einen Marathon trainieren (wie immer nach Greif), vielleicht zwei, drei Läufe über 42 machen, drei Trainings die Woche und den Rest mit dem Kopf ergrinden, durchstieren. Und als Zückerchen für mich laufen auch zwei Kumpels aus der Brooks-Staff mit, welche ich am Strongmarun kennen lernen durfte. Ihr könnt ihren ersten Bericht  hier lesen, weitere sollen folgen.

Wie sehen deine Pläne für dieses Jahr aus oder hast du mir den ultimativen Ultra-Tipp? Her damit, biiitee!

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